W
WPS-Bibliothek

ISO 15610 / 15611 — WPS auf Schweißzusatz-Basis

ISO 15610 und 15611 erlauben die Qualifizierung der WPS über die Klassifizierung der Schweißzusätze. Wenn der Schweißzusatz-Hersteller die Kombination nachgewiesen hat, ist keine eigene Prüfung nötig.

Letzte Aktualisierung: 27.06.2026 · Lesezeit ca. 8 Min

Was sind ISO 15610 und 15611?

ISO 15610 (Qualifizierung auf Basis geprüfter Schweißzusätze) und ISO 15611 (Qualifizierung auf Basis Erstrüfung von Schweißzusätzen) sind ein Mittelweg zwischen Standard-Schweißverfahren (ISO 15612) und vollständiger Verfahrensprüfung (ISO 15614). Wenn der Schweißzusatz-Hersteller die Werkstoff-Kombination nachgewiesen hat, ist keine eigene Verfahrensprüfung nötig.

Wie funktioniert ISO 15610?

Bei ISO 15610 nutzt der Schweißzusatz-Hersteller eine im Werkstoff- und Zusatz-System gültige Qualifikation. Voraussetzung:

  • Der Schweißzusatz ist nach DIN EN ISO 2560 (Stabelektroden), 14341 (MAG-Drähte) oder 636 (WIG-Stäbe) klassifiziert.
  • Der Hersteller dokumentiert die Werkstoff-Gruppen-Kombination im Produkt-Datenblatt.
  • Die WPS referenziert den Schweißzusatz und übernimmt dessen Klassifizierung.

Beispiele für gängige Schweißzusätze

  • Stabelektrode nach DIN EN ISO 2560: z.B. E 42 0 R (E-Hand 111, Werkstoffgruppe 1.2 / S355) — klassifiziert vom Schweißzusatz-Hersteller.
  • MAG-Draht nach DIN EN ISO 14341: z.B. G 42 2 M21 (MAG 138, Werkstoffgruppe 1.2 / S355) — herstellerübergreifend dokumentiert.
  • WIG-Stab nach DIN EN ISO 636: z.B. W 18 8 Mn (WIG 141, Edelstahl 1.4301) — Standard-Klassifizierung für Edelstahl-Anwendungen.

Wann ist ISO 15610/15611 sinnvoll?

Wenn Standard-Schweißverfahren (ISO 15612) nicht greifen, aber eine eigene WPQR zu teuer ist:

  • Werkstoffe außerhalb der ISO-15612-Tabelle, aber vom Schweißzusatz-Hersteller abgedeckt.
  • Spezielle Naht-Geometrien, die eine Standard-Qualifikation nicht abdeckt.
  • Wenn du den Schweißzusatz ohnehin schon verwendest.

Praktische Anwendung

Für die WPS nach ISO 15610 brauchst du:

  1. Datenblatt des Schweißzusatzes (vom Hersteller)
  2. Vollständig ausgefüllte WPS nach ISO 15609-1
  3. Verweis auf den Schweißzusatz und dessen Klassifizierung
  4. Validierung durch deine Schweißaufsicht

Wie die WPS-Bibliothek hilft

Wir liefern WPS-Vorlagen, die für die gängigen Schweißzusatz-Kombinationen passend sind. Unsere Vorlagen enthalten die korrekten Schweißzusatz-Referenzen und Klassifizierungen nach DIN EN ISO 2560/14341/636. Du passt die Parameter an und übergibst die WPS deiner Schweißaufsicht.

Wie die WPS-Bibliothek bei diesem Thema hilft

Die WPS-Bibliothek liefert dir vollständig ausgefüllte Vorlagen nach ISO 15609-1 mit allen Pflichtfeldern. Du übergibst sie deiner Schweißaufsicht zur Anpassung und Freigabe — Anpassung, Validierung und Freigabe bleiben bei dir.

Lizenz wählen

Werkstatt-Satz starten

Wähle dein Lizenz-Tier und lade die Vorlagen sofort herunter.

Lizenz wählen